ALBANIEN
Studienreise
Die ausgesprochen alte Geschichte der Skipetaren und Illyrer sowie die bis heute erhaltenen Zeugnisse ihrer überreichen Kultur sind auch Jahre nach der Öffnung der Region für den Tourismus nur wenigen präsent. Vermutlich hat der Apostel Paulus selbst im Raum Durres gewirkt: „So habe ich von Jerusalem aus in weitem Umkreis bis nach Illyrien überallhin das Evangelium Christi gebracht … Jetzt aber habe ich in diesen Gegenden kein Arbeitsfeld mehr" (Röm 15, 19 und 23). Überall zeugen Denkmäler vom christlichen Glauben. Während der osmanischen Herrschaft gewann der sunnitische Islam beträchtlichen Einfluss in der Region. Unvergleichlich war die Situation der christlichen Kirchen und der islamischen Gemeinschaften nach dem totalen Religionsverbot, das die stalinistische Regierung Albaniens 1967 proklamierte. Seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jhs. herrscht in Albanien Religionsfreiheit, die sich u. a. in zahlreichen Neubauten von Moscheen und Kirchen manifestiert.
Reiseverlauf
1. Tag
Dem Apostel auf der Spur
Linienflug nach Tirana. Hauptstadt der Republik Albanien. Fahrt nach Durres (Dyrrhachion), wo Paulus selbst den ersten illyrischen Bischof, Apollonius, geweiht haben soll: In der Kapelle des Amphitheaters haben sich schöne Wandmosaiken aus justinianischer Zeit erhalten. Besuch des Archäologischen Museums; Hotelbezug für eine Nacht.
2. Tag
Stadt der tausend Fenster
Fahrt nach Berat: Besichtigung des einzigartigen Altstadtensembles, der Zitadelle und der Marienkathedrale mit Wandmalereien aus dem 16. Jh. (falls wieder geöffnet), St. Nicholas mit dem Onufri-Museum; Besuch des Ethnographischen Museums; Außenbesichtigung der Junggesellen-Moschee, der Königsmoschee und der Helvetier-Tekke; Hotelbezug für eine Nacht.
3. Tag
Zeugen der Antike
Fahrt über Ardenica (einziges Kloster, das wieder von Mönchen bewohnt wird) zur antiken Stadt Apollonia, die bereits im 4. Jh. v. Chr. zur Akropolis ausgebaut wurde: rekonstruierter Porticus des sog. Agonotheten-Monuments, das wohl als Bouleuterion von Apollonia gedient haben mag. In Vlora, dem antiken Aulon, Besichtigung der Muradiye-Moschee und des Museums der Unabhängigkeit; Hotelbezug für eine Nacht.
4. Tag
Albanische Riviera
Fahrt durch den Llogara-Nationalpark, mit herrlichen Landschaftseindrücken entlang der „Albanischen Riviera", zur Bucht von Porto Palermo mit Besichtigung der Ali-Pascha-Festung. Durch malerische Dörfer und vorbei an herrlichen Stränden geht's nach Saranda: Hotelbezug für eine Nacht.
5. Tag
Justinianischer Reichtum
Saranda: Besuch der Burg Lekursi mit Blick auf die Insel Korfu. Fahrt in die antike Stadt und UNESCO-Weltkulturerbe Butrint (Buthrotum), wo sich eines der großartigsten Baptisterien der Antike im ostkirchlichen Raum erhalten hat. Vom Reichtum der dortigen Gemeinde in justinianischer Zeit zeugen feinster prokonnesischer Marmor und Säulen ägyptischen Granits. Hotelbezug in Gjirokastra, eine der städtebaulichen Perlen des Balkan mit einem nahezu unverändert gebliebenen Altstadtensemble des 18. und frühen 19. Jh., für eine Nacht.
6. Tag
Stadt der Steine
Gjirokastra: Besichtigung der Festung, des Ethnographischen Museums und Gang durch Altstadtstraßen. Weiter nach Korca: Hotelbezug für zwei Nächte.
7. Tag
Museen, Kirchen und Moschee
Korca: Besuch des Schulmuseums, des Museums für mittelalterliche Kunst, der Kathedrale und der Mirahori-Moschee. In Voskopoja Besichtigung der Kirche St. Nikolaus aus dem 18. Jh.; Gang durch die malerischen Gassen. Am Abend typisch albanisches Abendessen im Dorf Boboshtica.
8. Tag
Ohridsee und Via Egnatia
Fahrt über Pogradec zum Ufer des Ohrid-Sees und weiter in Kleinbussen zu den illyrischen Königsgräbern von Selca, dem antiken Pelion an der römischen Via Egnatia. Besuch im kleinen, malerischen Dorf Lin am Ohrid-See. Rückkehr nach Hotelbezug in Pogradec für eine Nacht.
9. Tag
Rückkehr in die Hauptstadt
Fahrt nach Elbasan, dem antiken Scampa an der Via Egnatia: Kirche St. Nikolaus, Königsmoschee. Weiter nach Tirana: Besuch im Nationalmuseum; Stadtrundfahrt mit Besichtigung der kath. Kathedrale; Hotelbezug für eine Nacht.
10. Tag
Widerstand und Abschied
Ausflug zur berühmten Skanderbeg-Festung von Kruja, von wo aus der albanische Nationalheld Gjergj Kastrioti („Skanderbeg") im 15. Jh. den Widerstand Albaniens gegen die türkische Expansion führte: Gang durch die Basarstraßen zur Festung mit herrlicher Aussicht über Tirana bis zur Adria. Transfer zum Flughafen Tirana und Rückflug nach Deutschland.
Termine / Preise / Leistungen
| Reisenr | Termine | Preis | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| AL2K0101 | 19.04.12-28.04.12 | €1.280,- | |
| Reiseleitung | Herr PD Dr. Ludger Feldmann | ||
| AL2K0102 | 27.09.12-06.10.12 | €1.280,- | |
| Reiseleitung | Herr PD Dr. Ludger Feldmann | ||
Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen; siehe § 11.2 unserer Reisebedingungen
- Linienflug mit Lufthansa ab/bis München nach Tirana und zurück (andere Abflughäfen s.u.)
- Transfers, Rundreise und Ausflüge in landestypischen Reisebussen
- Unterbringung in Doppelzimmern mit Bad/Dusche und WC in Mittelklassehotels der offiziellen örtlichen 3-5-Sterne-Kategorie
- 9 x Halbpension
- Fachlich qualifizierte BiR-Reiseleitung
- Einheimische deutschsprachige Reiseführung
- Alle Eintrittsgelder
- Flughafen-, Lande- und Sicherheitsgebühren
- Reiseführer Albanien
- Trinkgeldpauschale
Im Preis nicht enthaltene Leistungen
- Zur Ergänzung Ihrer individuellen Absicherung raten wir Ihnen dringend zum Abschluss einer Reiserücktrittskosten-/Reiseabbruchversicherung sowie einer Reisekrankenversicherung, die auch Rückführungskosten bei Unfall oder Krankheit deckt. Wir empfehlen die Angebote der TAS (PDF 119 KB).
Zusatzleistungen:
| Einzelzimmerzuschlag | €170,- |
Zusatzinfos
Einreisebestimmungen
Deutsche Staatsbürger benötigen einen bei Einreise mindestens noch 3 Monate gültigen Reisepass oder Personalausweis.
Flüge bzw. Anschlussflüge ab anderen deutschen Flughäfen (vorbehaltlich Verfügbarkeit) sind auf Anfrage ohne Aufpreis möglich!
Ein offenes Wort:
Albanien ist ein noch relativ unbekanntes Land, über das sehr viele Vorurteile verbreitet sind. Es ist ein unfertiges Land, das sich vor 20 Jahren aus einer Diktatur befreit hat und zu diesem Zeitpunkt politisch und wirtschaftlich am Boden lag. Aus dieser Lage heraus hat sich Albanien einen Weg gesucht und versucht heute noch, ohne große fremde Hilfe auf die Beine zu kommen. Wenn auch nicht alles in geordneten Bahnen läuft, zum Beispiel die Müllabfuhr nur in den großen Städten funktioniert, eine wilde Bautätigkeit manch schöne Ecke des Landes zerstört hat, so ist es doch ein besuchenswertes Land. Es hat eine der ältesten Geschichten Europas, schon 1100 v. Chr. haben die Illyrer erste Städte gegründet. Es ist ein Land mit einer tiefen Achtung für Andersgläubige. Ob orthodoxer oder katholischer Christ, ob sunnitischer Moslem oder Bektaschi, ein jeder achtet die Freiheit des anderen, das für ihn Richtige zu glauben. Hier können wir viel von Albanien lernen. In allen Städten ist es vollkommen normal, neben der Moschee auch die orthodoxe oder katholische Kirche zu haben. Man feiert auch gemeinsam christliche und moslemische Feste. Und Albaner sind ein sehr gastfreundliches Volk. Fremden gegenüber sind sie aufgeschlossen und zuvorkommend. Jeder Fremde kann sich in dem Land frei bewegen und sicher fühlen. Auch hier können wir viel von dem Land am Rande des Balkans lernen.
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